
Der FDP-Ortsverband Loebau hatte am Mittwoch, den 4. Mai 2011 zu einer landespolitischen Diskussionsrunde zum Thema Staatsmodernisierung ins Restaurant Koenig-Albert-Bad eingeladen. Als Gast konnten die Liberalen den saechsischen Staatsminister fuer Justiz und Europa, Dr. Juergen Martens (FDP), begruessen. Eingeladen waren auch Vertreter aller im Stadtrat zu Loebau vertretenen Parteien und Organisationen sowie der betroffenen Behoerden. Der Einladung gefolgt waren neben einer Reihe von FDP-Mitgliedern die Stadtraete der Buergerliste und der Linken sowie Vertreter des Amtsgerichtes Loebau.
Ziel der Veranstaltung war es, einen politischen Dialog zwischen Befuerwortern und Gegnern des aktuell in der Diskussion befindlichen Behoerden-Standortkonzeptes der saechsischen Staatsregierung zu ermoeglichen und die damit einhergehenden Bedenken und Sorgen der Loebauer auf direktem Wege an die politisch Verantwortlichen heranzutragen. Der Minister stellte sich in der von Sachlichkeit und Offenheit gepraegten Diskussion den Fragen und Kritiken und nahm sich viel Zeit zur Beantwortung und Erlaeuterung. Selbst wenn es erwartungsgemaess nicht moeglich war, alle Meinungsverschiedenheiten beizulegen, konnten doch einige Unklarheiten beseitigt und Missverstaendnisse ausgeraeumt werden.
So konnte der Minister beispielsweise klarstellen, dass die auch im Vorfeld bereits geaeusserte Befuerchtung, die Umwandlung des Amtsgerichtes Loebau zu einer Aussenstelle des Amtsgerichtes Zittau sei nur der erste Schritt zur endgueltigen Schliessung dieses Justizstandortes, jedweder Grundlage entbehrt. Ziel sei es vielmehr, den Standort Loebau zu erhalten und damit auch kuenftig eine buergernahe Arbeit der Justiz zu ermoeglichen. Dr. Martens erklaeurte, dass der zeitliche Rahmen der geplante Behoerdenstrukturreform bis in das Jahr 2020 reiche und es mindestens bis dahin seitens der saechsischen Staatsregierung keinerlei Plaene gebe, den Gerichtsstandort Loebau zu schliessen. Damit widersprach er auch eindeutig entsprechenden Aeusserungen von Landrat Bernd Lange, der sich bei einer Podiumsdiskussion der Oberlausitzer Anwaelte am 16. Maerz 2011 dahingehend geaeussert hatte, dass die Einrichtung von Aussenstellen meist die Vorstufe zur einer geplanten Schliessung von Behoerden sei.
Bezueglich des kuenftigen Polizeistandortes Loebau stellte der Minister klar: Die Tatsache, dass die Anzahl der Polizeireviere sachsenweit reduziert werden soll, steht hauptsaechlich im Zusammenhang mit einer geplanten Reduzierung des Verwaltungsapparates der Polizei. Die Anzahl der Streifenbeamten und Buergerpolizisten, und damit der fuer die Buerger wichtigen Ansprechpartner, hingegen wird bis zum Jahr 2020 nicht reduziert. Auch wenn das konkrete Personalkonzept des Innenministeriums noch in Arbeit ist, kann daher auch fuer die kuenftigen Polizeistandorte in Loebau und im Oberland von einer ausreichenden Personalstaerke, aehnlich der aktuellen Besetzung, ausgegangen werden.
Der FDP-Ortsverband Loebau bedankt sich bei den Gaesten des Abends fuer die angenehme und an Sachthemen und Fakten orientierte Diskussion und hofft auf eine weitere Vertiefung des politischen Dialoges auch zu anderen Themen. Der naechste landespolitische Abend wird am 21. Juni 2011 zum Thema Oberschulreform stattfinden. Als Gast erwarten die Liberalen dann den bildungspolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Norbert Blaesner. Der Veranstaltungsort und die genaue Zeit werden rechtzeitig bekanntgegeben.